Freitag, 16. August 2013

Schwindel und seine verschiedenen Arten



Klassifiziert nach Schwindelgefühl oder Ursache

In der Vielfalt und den Ausprägungen, in denen Schwindel auftreten kann, ist er durchaus mit dem Kopfschmerz vergleichbar: Er kann sich auf unterschiedlichste Art und Weise äußern, entsteht aus vielerlei Ursachen,  ist Symptom für diverse gesundheitliche Erkrankungen und kann vielfältig therapiert werden. Der Versuch, Schwindel in verschiedene Arten einzuteilen und einen grundsätzlichen systematischen Überblick zu erstellen, kann daher unterschiedlich angegangen und umgesetzt werden.
Zum einen gibt es die Möglichkeit, Schwindel  danach zu beschreiben, wie er vom Patienten empfunden wird. Hier gibt es grob ausgedrückt drei verschiedene Schwindelgefühle:
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      Drehschwindel: 
      Man hat das Gefühl, es dreht sich alles, man würde in einem Karussell sitzen
·         Schwankschwindel: Wie auf einem Schiff schwankt alles hin und her und man scheint mit einem Aufzug schnell hoch und runter zu fahren
·         Benommenheitsschwindel: Ein taubes Gefühl macht sich breit, so als wäre der Kopf leer; oft wird es einem schwarz vor Augen

Um den Schwindel genau zu klassifizieren, bietet es sich, die Ursachen zu vergleichen, die zu diesem Phänomen führen. Darauf beruhend werden in der Fachliteratur drei Übergruppen von Schwindel unterschieden:
·         Peripher-vestibuläre Störungen (die Bogengänge im Innenohr betreffend)
·         Zentral-vestibuläre Störungen (vom Gleichgewichtsnerv oder dem Gehirn selbst ausgehend)
·         Nicht-vestibuläre Störungen (Ursachen liegen nicht im vestibulären System, haben also nichts mit dem Gleichgewichtssinn zu tun)

Die wichtigsten Formen von Schwindel im Überblick

Im Innenohr kommt es zu Bewegungen von Gleichgewichtssteinchen und zu Reizungen des Innenohrs. Kleine Fragmente von Kalzitsteinchen (Otholite), die sich in den Vorhofsäckchen gelöst haben schwimmen dabei in der Lymphflüssigkeit ins Innenohr. Er ist der am häufigsten vorkommenden akuten Schwindel und kommt oft beim Aufstehen oder beim Drehen im Bett vor. Die Schwindelattacken sind meist kurz, oft nur wenige Sekunden lang. Häufig gibt sich diese Störung nach einigen Wochen von selbst wieder. Durch therapeutische Übungen kann dieser Schwindel aber kurzfristig sehr gut bekämpft werden.

Anhaltender Drehschwindel Neuritis Vestibularis: Eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs  ist häufig vom 50. Lebensjahr an zu finden und betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. Vermutlich ausgelöst durch eine Virusinfektion kommt es zu einseitigen Beeinträchtigungen des Gleichgewichtsorganes und das Gehirn hat Schwierigkeiten mit der räumlichen Koordination. Nach dem Abklingen der Entzündung verlieren sich auch die Symptome und der Schwindel wieder.

Anfallartiger Drehschwindel Morbus Menière: Heftige und plötzliche Attacken, oft einhergehend mit Übelkeit, charakterisieren diesen Schwindel, der auf einem Lymphstau und einem daraus resultierenden Überdruck im Innenohr basiert. Tinnitus und Schwerhörigkeit können Begleiterscheinungen des Morbus Menièresein. Die genaue Ursache dieser Erkrankung ist nicht bekannt, eine medikamentöse Behandlung zur Linderung der Symptome ist aber möglich, eine regelrechte Therapie allerdings nicht. Manchmal kommt es nach einigen Jahren zu spontanen Heilungen, oft nimmt Morbus Menière aber einen chronischen Verlauf.

Psychogener Schwankschwindel: Angstgefühle, Unsicherheit beim Gehen, Übelkeitsattacken und Benommenheit charakterisieren diesen Typ von Schwindel, der seine Ursachen im psychischen Bereich hat. Stress, Überforderung, Depressionen, Ängste ausgelöst durch Höhe oder Enge sind die häufigsten Gründe für das Entstehen des psychogenen Schwankschwindels.

Zerebral oder neuronal bedingter Schwindel: Hirnhautentzündung, Hirntumor, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Gehirnerschütterung, Lues, Epilepsie und viele anderen Erkrankungen im neuralen Bereich können Ursache für Schwindel sein.

Schwindel durch Herz- und Kreislauferkrankungen: Sowohl Bluthochdruck als auch zu niedriger Blutdruck können zu Anomalien bei der Versorgung von Gehirn und Gleichgewichtsorgan führen. Auch Herzkranzverengungen, Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenfehler können Ursache für Schwindel sein und sollten deshalb bei ungeklärten Schwindelattacken immer abgeklärt werden.




Freitag, 9. August 2013

Das Schwindel Gefühl



Keine Schwindelei - wenn der Kopf sich dreht und dreht, wird der Alltag zu echten Problem


Uns allen sind die verschiedenen Schwindelformen schon mal begegnet, ohne dass wir sie als etwas Bedrohliches empfinden, weil sie nur kurz da sind und wieder verschwinden. Andere hingegen müssen mit diesem Gefühl der Gleichgewichtsstörung stunden- bis monatelang täglich kämpfen, so dass ihre Lebensqualität erheblich darunter leidet. Die Vertigo, wie der Schwindel im Fachjargon genannt wird, hat viele Ursachen. Bei manchen dauert es mitunter Jahre bis die richtige Diagnose feststeht und man eine Heilmethode dafür findet, dennoch gelingt beides den verantwortlichen Ärzten immer besser. Gegen fast jede Schwindelart kann mittlerweile Abhilfe geschaffen werden, für viele von welchen der Patient selbst verantwortlich ist.


Der Schwindel - jeder kann es anders empfinden



Normal ist wenn wir wissen und spüren können wo links, rechts, unten, oben ist. Für diese einfache Gewissheit ist ein komplexes System aus drei Elementen verantwortlich. Grob gesagt sind zwei für das Messen und einer für die Regulierung zuständig. Ist eines davon gestört, verlieren wir die Kontrolle über unser Gleichgewichtssystem. Beim Schwindelgefühl posaunt ein gestörtes Messsystem fehlerhafte Informationen zu Bewegungsgeschwindigkeit und -richtung hinaus und verwirrt das unsrige Regulierungsapparat. Die vier nachvollziehbaren Schwindelformen sind Dreh-, Schwank-, Lift-, und Benommenheitsschwindel. Drehschwindel in harmloser Form hat jeder schon mal vernommen, der zu lange auf einem Karusell oder einer Drehscheibe auf dem Kinderspielplatz saß. Nach dem Verlassen wird ein Drehsinn in umgekehrter Richtung für eine Weile simuliert. Beim Schwankschwindel torkelt man wie ein Betrunkener umher, in dem Glauben man werde in eine bestimmte Richtung hingezogen. Den Liftschwindel, wie es der Name schon verrät, erfährt jeder der schon mal einen Fahrstuhl benutzt hat. Hier schwindelt das System einem eine nichtexistierende vertikale Bewegung vor. Die letzte Art des Schwindels, der Benommenheitsschwindel, äußert sich in allgemeiner Ohnmacht und Orientierungslosigkeit. Eine gewisse Leere macht sich im Kopf breit und man weiß nicht mehr wo unten und oben ist.


Die Ursachen - alles, was Einfluss auf das Gleichgewichtsorgan hat



So vielseitig wie man die Schwindelarten charakterisieren kann, so verstrickt können die Ursachen sein. Nicht jede Schwindelform lässt sich konkret einer Ursache zuordnen. Oft löst ein Verursacher bei verschiedenen Menschen verschiedene Schwindelgefühle aus. Trotzdem existiert eine Systematik, wonach man bestimmte Symptome erstmal in einem Ursachenpool hineinschmeißen kann. Drehschwindel als häufigst empfundene Form hat die meisten Ursachen. Der harmloseste und am leichsten zu korrigieren Grund liegt bei einem sogenannten gutartigen Lagerungsschwindel vor. Hier verirren sich Mikrokristalle in das vestibuläre System und täuschen durch Reizung der Messhärchen ein falsches Gleichgewichssystem vor. 

Durch gezielte Kopfbewegungen können diese Kristalle relativ einfach ausgeschüttelt werden.  Zu den weiteren eher harmlosen Gründe zählen anomaler Blutdruck. Bei Menschen mit niedrigen Blutdruck äußert es sich im typischen Schwarzwerden vor dem Auge, wenn sie von einer langen Hockposition schnell in die Stehposition hinübergehen. 

Zu den gravierenderen Ursachen eines andauernden Drehschwindels zählen Gefäßverengungen in dem Versorgungskanal des Gleichgewichtsorgan, sei es durch eigene Verklemmung oder wegen Einengung durch andere Gefäße, die sich entzündet haben und anschwellen. Auch das eigene Entzünden des Gleichgewichtsnervs kann Schwindelanfälle hervorrufen. 

In bösen Fällen sind Schwindelanfälle erstmal nur Einzelteile eines schlimmen Puzzles. So sind sie z.B. Symptombestandteil des Morbus Menière oder treten als Vorbote eines Schlaganfall in Erscheinung. Nicht unbedingt zu erwarten aber dennoch leicht unterschätzt sind Schwindelauslöser psysischer Natur. 

So können Phobien und Depressionen dauerhaftes Schwindelempfinden bei den Beklagten hervorrufen. Charakteristisch für diese Ursachen sind Schwank- oder Benommenheitsschwindel mit Kopfweh, meist aber ohne Übelkeit.


Diagnose und Therapie - Konversation und Selbsthilfe


Therapien gegen Schwindel aller Arten kann man heutzutage finden, wenn die Ursache erstmal feststeht. Eine Diagnose beginnt immer mit einem ausführlichen Gespräch, in dem der Patient alle Einzelheiten zum seinem Krankheitsbild auflistet. Meistens steht hier das Ergebnis schon fest und kann durch objektive Methoden bestätigt werden. 

Fällt die Analyse eher wackelig aus, beginnt der Arzt mit Gleichgewichtsuntersuchungen und Hörprüfungen, um das unmittelbar damit zusammenhängende Gleichgewichtsorgan auf seine Funktionalität zu testen. 

Handelt es sich um einen besonders schwierigen Fall , können auch magnetresonanz- und ultraschalltechnische Untersuchungen zum Einsatz kommen.

Was langsam kommt, kann meistens auch nur langsam beseitigt werden. Eine gesunde Lebensweise und das Ausführen der vom Physiotherapeuten beigebrachten Gleichgewichtsübungen bieten die besten Grundlagen, sich nachhaltig vom Schwindelgefühl zu lösen. Medikamentöse Hilfe sollte möglichst nur temporär beansprucht werden, wenn es im Alltag in Extremfällen nicht anders geht. Bei psychobedingten Schwindel ist es ratsam, sich von einem Psychotherapeuten erstmal behandeln zu lassen, damit dieser Faktor schon mal wegfällt. 

Ansonsten gibt es noch ganz schwerwiegende Fälle, wo nur ein operativer Eingriff zum Entfernen des geschädigten Gleichgewichtsorgan dem Schwindelalptraum ein Ende setzt. Allerdings bedeutet es die Taubheit an dieser Stelle.